Rezensionen von A-Z

Montag, 26. September 2016

Rezension zu „Wolfsbaum“ von Mia Faber

Klappentext

Die Entstehung des Ortes Beddgelert – eingemeißelt in uralten Stein.

Zu einer Zeit, da der Glaube der Druiden vergeht und die alten Götter in Vergessenheit geraten, zweifelt Morgan an seiner Bestimmung. Die Tage des jungen Bauern aus Wales sind angefüllt mit Eintönigkeit und Arbeit. Doch als Banditen seinen Hof überfallen und er Morrígan schmäht, belegt die Kriegergöttin ihn mit einem Bann. Um diesen zu brechen, muss er den Spuren eines Wolfes folgen.

Die Vorgeschichte einer irischen Sage.

Schreibstil

Fabers Schreibstil ist schnörkellos, aber nicht zu einfach. Sie beschreibt und umschreibt im richtigen Maße, sodass genügend eigene Fantasie gefordert aber auch gefördert wird.

Charaktere

Hier geht es vornehmlich um Morgan, der sich mit seiner Rolle als Bauersjunge nicht richtig abfinden mag, jedoch zu feige ist, etwas daran zu ändern. Als der Hof überfallen wird, entkommt er nur knapp mit dem Leben. Anstatt nun aber endlich zu handeln, entschließt er, sich erst einmal zu verstecken. Daraufhin hat die Göttin Morrígan einen ganz besonderen Einfall für ihn …
Es ist eine deutliche Änderung der Charakter zu sehen, dennoch für die Seiten einer Novelle nicht überstürzt und nicht erzwungen. Sehr stimmig!

Umgebung

Faber schafft es, sie wunderbar mit einfließen zu lassen und mit ihr zu interagieren. Sie dient nicht als reiner Schauplatz, sondern ist immer mal wieder Teil der Handlung. Auch Details lassen die Umgebung lebendiger wirken. Ob am Hof, im Wald oder an der Mauer zu den adligen Gemächern – man ist als Leser mittendrin statt nur dabei.

Plot

Es geht um Feigheit und Mut, Liebe und Verrat, Familie und Egoismus – diese Novelle hat viele Spektren, die alle ineinanderfließen. Und alles wird im Nachhinein gelöst, sodass ich als Leserin zufrieden zurückbleibe.

Ende

Es kam, wie ich es erwartet hatte. Dennoch war es genau passend, nicht kitschig, nicht zu heftig. Absolut treffend!

Fazit

5 Sterne gibt es von mir für diese kurzweilige Lektüre, durch die ich nur so hindurchgeflogen bin. Auch wenn Morgan für mich kein Sympathieträger durch und durch war, so arbeitete er sich zu genau dieser Stelle vor. Jetzt muss ich natürlich noch mehr von Faber lesen. Wundervoll!

Extra

Danke an den Valkyren Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar infolge der Leserunde zu "Wolfsbaum"

Montag, 12. September 2016

Rezension zu "Weg ins Nichts" von Francis Knight (Rojan Dizon I)

Schreibstil

Knight hat einen klaren und deutlichen Schreibstil, sodass ich mich als Leserin leicht in ihre Welt einfinden konnte. Die Begriffe ihrer Welt veranschaulicht sie manchmal mit Metaphern; es geht immer hervor, wie etwas funktioniert und wie es zu dieser Entwicklung kam.

Charaktere

Rojan ist ein Schmerzmagier, der mit Hilfe dieser Magie die Gabe besitzt, Menschen ausfindig zu machen und ein weiterer kleiner Nebeneffekt: Er kann sein und das Aussehen anderer kurzfristig verändern. Er ist ein Weiberheld und definitiv nicht Everbodys Darling. Anfangs fiel es mir ein wenig schwer, mit ihm warm zu werden, doch schließlich fand ich ihn sogar sympathisch. Auch die Angst, die Rojan vor dem Nichts hat – die Bewusstseinsebene, in die man als Schmerzmagier fällt, wenn man sich der Magie zu sehr hingibt -, machte ihn ein wenig menschlicher.

Jake ist eine Kämpferin, die in der Unterstadt ihr Zuhause hat. Sie hat ihren eigenen Kopf und setzt ihn auch meist durch. Berührungen kann sie nicht ausstehen, deswegen bleibt sie immer auf Distanz, auch emotional. Was sie zu dem gemacht hat, was sie ist, wird erst im Laufe der Geschichte immer klarer.

Pasha, ebenfalls ein Schmerzmagier, ist Jakes Freund und würde alles für sie tun – auch wenn das bedeutet, sich gegen sie zu stellen. Er überschreitet Grenzen und muss dafür einen hohen Preis bezahlen.

Umgebung

Mahala ist eine vielschichtige Stadt, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sie breitet sich in die Höhe aus, nicht in die Breite. Ich konnte mir die Satdtteile, selbst die in Unterstadt, sehr gut vorstellen und war begeistert von dem Gesellschaftssystem und deren soziale Strukturen. Zwar gefallen sie mir nicht, aber die Autorin hat sich da etwas Schönes einfallen lassen. Zusätzlich agieren die Figuren mit ihrer Umgebung, was ich umso besser finde.

Plot

Hauptplot: Rojans Nichte finden. Und dann gibt es noch einige Subplots wie Jakes Herkunft, den Weg ins Nichts, wo Glimm (die Akkus, mit denen die ganze Stadt betrieben wird) wirklich herkommt, wie verbreitet die Schmerzmagie wirklich ist, etc pp. Das scheint ein wenig viel zu sein, ist aber so geschickt eingeflechtet, dass es zum Lese- und Entdeckungsvergnügen wird.

Ende

Wahnsinn! Ich habe es genossen. Es war für mich das Highlight des Buches und strahlte heller als Glimm ;).

Fazit

5 verdiente Sterne von mir. Die Idee der Schmerzmagie und deren Folgen hat mich nicht mehr losgelassen!

Rezension zu "Phoenix - Kinder der Glut" von Ann-Kathrin Karschnick (Phoenix III)

Schreibstil

Karschnicks Schreibstil steht den beiden Vorgängern auch im dritten Teil der Phoenix-Trilogie in nichts nach. Rasant, teilweise atemlos, spannend und verständlich, sodass die Welt des Teslapunks näher gebracht wird. Der Roman liest sich flüssig und bewegt.

Charaktere

Tavi entwickelt sich zu einer wild gewordenen Phoenix, was sich die vorangegangenen Bände schon angedeutet hat. Sie hört weiterhin stark auf ihr Gefühl, der Kopf steht trotz ihrer langen Lebenszeit im Hintergrund. Sie ist leidenschaftlich und intuitiv. Demnach ändert sich im Laufe dieses Romans an dem Charakter nur eines: Sie geht in sich selbst auf.

Leon geht schon viel beherrschter an alles heran, obwohl auch ihn hin und wieder starke Gefühle übermannen. Er behält jedoch den Überblick und lässt sich nicht täuschen. Dazu vertraut er auf seine Freunde und teilweise auch Gegner, um seinen Weg zu finden.

Katharina ist und bleibt mysteriös, doch erfährt man hier auch, warum sie so ist. Trotzdem sie mir hin und wieder mit ihren Andeutungen auf die Nerven geht und ich Tavi und Leon nur zu gut verstehen konnte, endlich mal klare Worte zu bekommen, gefällt sie mir als Charakter, denn auch sie wird im Laufe der Trilogie kantiger, in sich stimmig.

Umgebung

Karschnicks Talent liegt hierbei definitiv in dem „weniger ist mehr“-Bereich. Sie beschreibt, umschreibt und überlädt nicht mit ihrer eigenen Sichtweise, sodass ich mir die Umgebungen, in denen sich die unterschiedlichen Zweige der Geschichte abspielen, gut im Kopf vorstellen konnte, ohne fremdgelenkt zu werden. Auch nutzen die Charaktere ihre Umgebung, was mir persönlich immer besonders gefällt.

Plot

Der große rote Faden liegt darin, die Saiwalo aufzuhalten – logisch. Doch entpuppen sich noch ein paar weitere Fäden, die wichtig für Buch 3 sind. So sucht Leon nach Tavi und seiner wahren Bestimmung, Tavi sucht Nathan und den Weg, den sie gehen muss, um den großen roten Faden zu lösen. Zusammen ergibt das eine wunderbare Mischung, die am Ende aufgelöst wird.

Ende

Es forderte Opfer, die gebracht werden mussten, um dorthin zu kommen, wo es schließlich endete. Es war ein langer und harter Kampf, den ich zusammen mit Tavi und Leon gekämpft habe. Super!

Fazit

Da kann ich gar nicht mehr viel zu sagen, außer: 5 Sterne von mir für den tollen Abschluss der Trilogie. Ich bin froh, Tavi und Leon begleitet zu haben und spreche eine Leseempfehlung für die komplette Trilogie aus!

Rezension zu "Steamtown - Die Fabrik" von T.S. Orgel und Carsten Steenbergen

Schreibstil

Die drei Autoren weisen einen angenehmen und zu der Szenerie passenden Schreibstil auf, der trotz
diverser fiktionaler Begriffe und Erfindungen für mich als Leserin stets verständlich blieb. Er passte in die Zeit, in das Umfeld, zu den jeweiligen Charakteren. Wunderbar!

Charaktere

Eric van Valen bemüht sich, gut in seinem Job zu sein. Als er jedoch mit den grausamen Morden in Steamtown beauftragt wird, muss er sich auch körperlich beweisen – was ihm nicht immer gelingt. So schlittert er von einem ins nächste Abenteuer, gefolgt von seinen Kumpanen, die er mal schlecht, mal recht besteht. Der Charakterentwicklung folgend wird er abgebrühter im Laufe des Romans.

Siberius Grand, ein derber Pater, der schon einiges erlebt hat, begleitet den jungen Agenten van Valen. Er dient als gute Wissensquelle und leistet van Valen Hilfe, wo er nur kann. Doch auch er ist ein eher kantiger Charakter, der im Laufe des Romans jedoch nicht an seiner witzigen und treffenden Derbheit verliert.

Mister Ferrett – zu ihm möchte ich nicht zu viel schreiben, um hier nicht zu spoilern. Dennoch ein Charakter der mir gefiel und mir zugesagt hat. Ich konnte gar nicht anders, als ihn in mein Herz zu schließen.

Umgebung

Düster, miefig, mit Blut und Leichenresten bestückt, alt und zerfallen – es gibt viele dunkle Orte in Steamtown, die jedoch nicht annähernd alle besucht werden. Aber die, denen unsere Charaktere einen Besuch abstatten, haben es in sich. Ich war stets mittendrin statt nur dabei und den Autoren gelang es, ein überzeugendes Bild ihrer Umgebung niederzuschreiben, das mich in den Roman noch tiefer eintauchen ließ. Es lässt mich Steamtown fürchten und gleichzeitig lieben – und ich will mehr Geschichten aus dieser Stadt lesen.

Plot


Der Plot hielt sich konsequent, nicht viele Nebenplots tauchten auf, die dann nicht zum Hauptstrang zurückführten. Es hat mir richtig Spaß gebracht, in die Welt der drei Autoren einzutauchen und all das Widerwärtige, Faszinierende und Schöne zu erleben – und am Ende zu sehen, wie es sich ausdröselt.

Ende


Das Ende war gut, mehr sage ich dazu nicht. Mittendrin nahm es mir viel mehr den Atem und ich bin dankbar, dass es in diesem Fall nicht das Ende war wie in vielen anderen Büchern.

Fazit


Steamtown ist ein durchwachsender, starker Roman, den ich allen Science Fiction-Fans nur empfehlen kann, die auch mit Steampunk etwas anfangen können oder sich testen wollen, ob es etwas für sie ist. Hier taucht man ein, hier wird man fasziniert und abgeholt, hier will man bleiben und flüchten. Volle 5 Sterne von mir und eine klare Leseempfehlung!

Rezension zu "Tougard" von Cornelia und Dominic Franke

Schreibstil

Der Schreibstil des Autorenduos lässt sich wunderbar herunterlesen. Sehr lebendig beschreiben die Frankes eine Welt, die sich von unserer sehr unterscheidet und dennoch in den Grundelementen gleich ist.

Charaktere


Charlie Andrews „fluppt“ einfach so nach Tougard und hat sich laut Lehrer dort, damit abzufinden, ab nun hier zu lernen. Dem gefällt es gar nicht und so holt er seine beste Freundin und heimlichen Schwarm Ann dazu. Im Laufe des Romans wird Charlie allerdings immer jammriger und verzweifelter und ich konnte seine Beweggründe manchmal nicht ganz nachvollziehen. Sehr wünschte ich mir, dass er mal richtig auf den Tisch hauen würde, leider hatte ich das Gefühl, er würde immer neben eben genannten schlagen, wenn er sich mal behaupten wollte.

Annabelle, genannt Ann, ist eine hochbegabte Bastlerin, für die keine mechanische Herausforderung zu hoch scheint. In der Mechanik scheint sie ihre große Liebe gefunden zu haben, sehr zum Verdruss ihres besten Freundes Charlie. Auch Ann benimmt sich meiner Ansicht nach nicht ganz nachvollziehbar. Sie schwankt zwischen begabtem und um ihre Freunde besorgtem Mädchen und einer Zicke, die sie gerade bei Charlie heraushängen lässt.

Avid ist ein Assassine, dessen Aufgabe es ist, am Ende zu sterben. Das weiß er und dennoch macht er weiter, erfüllt seine Aufträge. Ich finde, er ist ein durch und durch konsequenter Charakter, den ich bis zum Ende gern hatte. Ob er wirklich stirbt oder sich retten kann? Das solltet ihr selbst lesen.

Nebencharaktere gab es eine Menge, die alle ihre Eigenarten hatten und man sie deswegen gut auseinanderhalten konnte. Sie haben zum großen Teil sehr dem Unterhaltungswert (egal ob negativ oder auch positiv) beigetragen.

Umgebung

Die Charaktere interagierten mit ihrer Umgebung. Mal war sie Freund, mal Feind, mal einfach nur Hindernis. Sehr gelungene Beschreibungen der Reise, die Charlie und seine Freunde unternehmen, was mit besonders gut gefallen hat. Egal, wo sie waren, ich war dabei und konnte es sehen. Wunderbar! Am meisten haben mich die Twiggles begeistert.

Plot

Der Plot verändert sich im Laufe der Geschichte. Ist Charlie zuerst nur darauf aus, in Anns Nähe zu sein, wird daraus später eine Rettungsmission mit vielen Nebenplots aufgrund der Hindernisse, die sich den Helden in den Weg stellen. So entwickeln auch die Nebencharaktere einen Teil der Nebenstränge, die dann nachher offenbart werden.

Ende

Tragisch, nicht tragisch, verwirrend – es gab ein Ende, das ich hier natürlich nicht spoilere, denn damit verderbe ich ja die Leselust. Dennoch eines, das sich gewaschen hat, denn es mussten viele Stränge gelöst oder geknotet werden für den nächsten Teil.

Fazit

Eine insgesamt tolle Geschichte, die mir gefallen hat. Ich finde, dass sie gut lesbar ist und stellenweise sehr gruselig, dennoch authentisch. Ich glaube, jugendliche Leser dürften sich hier sehr ernst genommen fühlen, aber auch Erwachsene dürften mal eine andere Fantasygeschichte vor der Nase haben. Weil mir Charlies und Anns Verhalten allerdings teilweise auf die Nerven ging und nicht nachvollziehbar war, ziehe ich an dieser Stelle leider einen Stern ab. Dennoch gibt es von mir 4 Sterne :).

Rezension zu "Phoenix - Erbe des Feuers" von Ann-Kathrin Karschnick

Schreibstil

Karschnicks Schreibstil hält sich einfach und leicht verständlich trotz fremdartiger Begriffe, die es in
unserer Realität nicht gibt. Mir als Leser fiel es leicht, mich in ihrer Welt zurecht zu finden.

Charaktere

Tavi konnte ich nun noch besser verstehen. Ich weiß, warum sie handelt, wie sie handelt, warum sie nach so vielen Lebensabschnitten immer noch voller Emotion ist, und wie es aussehen würde, wäre sie es nicht. Dies wird anhand eines anderen Charakters wunderbar dargestellt. Sie entwickelt sich nur in kleinen Schritten weiter und behält trotz ihres Phoenix-Daseins stets ihre Menschlichkeit.

Leon hingegen hat seit dem ersten Band einen großen Sprung gemacht. Vom KAler zum Seelenlosen – so eine große Verwandlung geht auch an ihm nicht vorbei. Er bemüht sich, unter Kontrolle zu bleiben, was ihm jedoch nicht immer gelingt. Er handelt nach wie vor sehr emotional, was er als Cupido auch sollte. Dennoch kann ich gerade deswegen nicht nachvollziehen, wie er ganz zum Schluss reagiert. Das stellt für mich einen Bruch des Charakters dar und wirkt zu erzwungen.

Umgebung

Zwar wird nicht jede Umgebung von Karschnick ausführlich beschrieben, doch fand ich mich als Leserin ausreichend mit Informationen versorgt. Ich saß mit Leon zusammen in einer Zelle, hetzte mit Tavi durch die Straßen Paris‘ und durchlitt den Weg zum Seelenmagneten. Alles in Maßen und damit hat mich die Autorin wieder einmal gewonnen.

Plot

Karschnick versteht es, beim Faden zu bleiben, und etliche weitere drumherum zu spinnen. So gab es nicht nur den roten Faden, sondern diverse andere, die aber für mich als Leserin wichtig waren, weil die Figuren sonst nicht so glaubwürdig erschienen wären. Wunderbar und spannend!

Ende

Es war spannend bis zum Schluss. Ich habe mit Tavi und Leon mitgefiebert, habe mit ihnen gelitten und wurde in ein Ende gestoßen, das dem Wort Finale gerecht wurde. Nur die Handlung nach dem großen Knall kann ich nicht ganz nachvollziehen, doch das nur am Rande.

Fazit

4 gute Sterne von mir für den zweiten Teil der Phoenix-Trilogie. Ganz sicher will ich auch den finalen Band miterleben.

Rezension zu "Vor dem Fall" von Francis Knight

Klappentext

Nach der Zerstörung des Energieversorgungssystems von Mahala kämpft die Stadt mit einer Krise. Aufstände entflammen, Magier werden ermordet und die Stadt spaltet sich in zwei verfeindete Lager. Gleichzeitig wächst die Bedrohung von außen stetig. Rojan bleibt keine andere Wahl, als sich erneut in die Geschicke der Mächtigen einzumischen, denn als Schmerzmagier und Bruder des neuen Erzdiakons kann nur er die Stadt vor der endgültigen Zerstörung bewahren. In einem Wettlauf gegen die Zeit begibt er sich auf die Spur des Mörders und muss sich erneut seiner schlimmsten Angst stellen: für das Schicksal anderer verantwortlich zu sein.

Schreibstil

Auch in Band 2 behält sich Knight ihren klaren und deutlichen Schreibstil. Zwar kommen diesmal nicht wieder so viele großartige und neue Erfindungen hinzu, dennoch bleibt es verständlich. Es fiel mir diesmal sogar leichter, in Mahalas Tiefen abzutauchen.

Charaktere

Rojan entkommt seinem Verhaltensmuster, immer neue Frauen zu umgarnen, was ihn ein wenig sympathischer macht. Zusätzlich wächst die Beziehung zu seinem Bruder, der nun Erzdiakon ist und die Geschicke der Stadt leiten soll. Rojan muss sich erneut für das Wohl aller einsetzen und gleichzeitig gegen das Nichts ankämpfen, was ihn in meinen Augen zu einem starken Charakter macht.

Jake ging mir in diesem Band ein wenig gegen den Strich. Zwar ist und bleibt sie ein konsequenter Charakter, aber ich mag sie nicht mehr. Sie ist eine Kämpferin mit ihren eigenen Ansichten und Methoden, doch hatte ich das Gefühl, sie stagniert in diesem Roman.

Pasha hingegen wächst mir immer mehr ans Herz mit seiner Aufopferungsbereitschaft und seinem Charakterzug, die meisten Dinge offen anzusprechen. Auch er entwickelt sich stetig weiter.

Umgebung

Auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Es werden mehrere Schichten Mahalas gezeigt und die Figuren interagieren mit ihrer Umwelt. Das fand ich wieder toll! Doch das System verabscheue ich immer mehr, was, so nehme ich an, beabsichtigt war ;).

Plot

Die Krise um die Energieversorgung verschlimmert sich, sodass Rojan und andere Schmerzmagier gezwungen sind, sich selbst anzuzapfen. Doch dann werden immer mehr Morde verübt und ich als Leserin sah mich mit Rojan zusammen hin- und hergerissen zwischen diesen beiden Plots, die sich dann wunderbar vereinen. Daumen hoch!

Ende

Leider konnte mich das Finale nicht ganz überzeugen. Im Vergleich zum vorangegangenen Band fiel dieses eher schwach aus. Dennoch bin ich total gespannt, wie es in Mahala und mit Rojan weitergeht!

Fazit

4 tolle Sterne für eine spannende Geschichte in einer vielschichtigen Stadt mit sich entwickelnden Charakteren und wunderbaren Freundschaften, die in diesem Band geknüpft werden.

Rezension zu "Eiskalter Atem" von Alyxandra Harvey

Schreibstil

Harvey schreibt eindringlich und gut verständlich, was dazu führt, dass ich mir als Leserin auch die
mir unbekannten Sachen gut vorstellen konnte. Auch mangelte es für mich nie an Spannung.

Charaktere

Emma ist hin- und hergerissen zwischen der Vernunft und dem, was sie fühlt. Immer wieder weiß sie, was sie tun sollte und folgt dann doch ihrem Herzen. Dies kommt im Laufe des Romans allerdings nicht kitschig herüber, sondern ausgesprochen beherzt.

Penelope und Gretchen sind Emmas Cousinen, die sich zusammen mit ihr durch die Bälle und Veranstaltungen quälen. Sowohl Zurückhaltung als auch Mut und Initiative weisen die beiden als gute Begleiterinnen der Protagonistin aus.

Cormac ist kein Magier, wie er es gern wäre, dennoch wirkt er als Bewahrer gegen dunkle Magie und beschützt Emma und ihre Cousinen. Zwar empfand ich ihn auch im Laufe des Romans nicht als sympathisch, dennoch hat er seinen eigenen Charakter, mit dem andere sicherlich warm werden können.

Umgebung

Harvey lässt die einzelnen Schauplätze lebendig werden. Nicht nur in Emmas Gegenwart wird die Umgebung mit eingebunden, auch die Vergangenheitsreisen, die sie zwangsweise unternimmt, weisen einen schönen Anteil an Landschaften und deren Einbindung auf. Tolle Settings baut die Autorin mit ein, ausgesprochen gelungen.

Plot

Hauptsächlich dreht es sich um das Geheimnis von Emmas Herkunft und die Aufklärung des Todesfalls, der gleich zu Beginn des Romans vorfällt. Viele kleine Nebenstränge vereinen sich dann mit den beiden großen zur Auflösung. Spannungshighlights wachsen immer wieder deutlich hervor.

Ende

Ein wenig überraschend. Es ging anders aus, als ich es erwartet habe, dennoch stellt es mich zufrieden. Nun bin ich gespannt auf Teil 2.

Fazit

Selbst wenn im letzten Drittel vermehrt Tippfehler ihren Weg in den Roman gefunden haben, so tut es in diesem Fall dem Spaßfaktor und den Spannungsbögen keinen Abbruch (dennoch musste ich das hier erwähnen). Ein empfehlenswerter und auch lesenswerter Roman! Volle 5 Sterne dafür von mir :).

Rezension zu "Sunnie und Polli im Land der Monate" von Joachim Sohn

Schreibstil

Sohn schreibt detailiert, geistreich und witzig – eine Mischung aus allem mit einem Hauch Fantasie gewürzt. Es fällt leicht, seinen Worten zu folgen und dennoch ist man an manchen Stellen amüsiert durcheinander. Einfach ist er also nicht.

Charaktere

Sunnie und Polli, zwei Katerdetektive, die immer wieder während ihrer hochbrisanten Recherchen in Raufereien verfallen, so durcheinander sind, dass sie nicht mehr wissen, was sie eigentlich recherchieren und im Laufe des Romans nur eines dazulernen: Sie lösen jeden Fall – natürlich. Die beiden sind so von sich selbst überzeugt, wie eine derartige Arroganz nur von Katzen an den Tag gelegt werden kann. Herrlich zu lesen. Gerade mir als Katzenbesitzerin erschien es wie ein genau getroffenes Ziel.

Keli, eine eisverkaufende Hundedame, ist nicht ganz so durcheinander, aber einzigartig genug, um in diesen Roman zu passen. Mutig und beherzt schreitet – oder fährt – sie voran, immer auf der Suche nach Abnehmern für ihr Pferdeapeleis. Ein Eis, auf das selbst ich verzichten würde ;).

Mai, die sich auf die Suche nach Juni begibt, lässt sich von den Meisterdetektiven einspinnen, obwohl sie deren Handlungsweise nicht recht versteht. Dennoch vertraut sie mal mehr und mal weniger auf die beiden Kater und tut alles, um ihren Juni wiederzufinden.

Umgebung

Obwohl die Umgebungen größtenteils durch und durch fantastischer Natur sind, so konnte ich mich dennoch gut darin einfinden. Die Beschreibungen wirken nicht erzwungen, sondern als wandle der Autor tatsächlich durch diese Räumlichkeiten und Landschaften. Zusätzlich nutzen die Charaktere ihre Umgebung, was mir besonders gut gefiel.

Plot

Schlüssig bis zum Schluss ;). Er ist ausgereift und es gibt genügend rote Fäden (einige dicker, manche dünner), an denen man sich als Leser entlanghangeln kann. Nur an einer Stelle kam es zu einer kleinen Langatmigkeit, dennoch fand ich sie eher amüsant als störend, demnach habe ich nichts zu beanstanden.

Ende

Leider hat dieses Buch eines. Ich will mehr, sofort! Es ist ein wunderbares Beispiel, wie Fairytale Fantasy funktionieren kann!

Fazit

5 Sterne von mir und ein Herzchen für diese wunderbare Welt und die liebevolle Charakterzeichnung noch dazu!

Rezension zu "Alania - Das Lied der Geister" von Caroline G. Brinkmann (Kobrin II)

Klappentext

Nach dem Angriff der Tiranen kann sich Alania nicht mehr daran erinnern, einmal einen Bruder gehabt zu haben. Sie macht sich mit dem eingebildeten Fergulas von Fichtenstein auf die Suche nach dem Spiegel der Wahrheit, um Antworten zu finden.

Zur gleichen Zeit suchen auch die Nox nach dem Spiegel, um ihn im Krieg gegen das Waldreich einzusetzen. Während Alania weiter den Geheimnissen ihrer Vergangenheit auf der Spur ist, wird sie in den großen Konflikt hineingezogen, aus dem sie nur das Lied der Geister erlösen kann.

Schreibstil

Brinkmann hat auch in Teil 2 ihrer Trilogie einen bildhaften Schreibstil, der magisch und fesselnd wirkt. Ich als Leserin wollte immer weiterlesen, konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Dazu bekommt jeder Charakter und deren Sichtweisen ihre ganz eigenen Worte und Ausdrücke, was die Welt nur noch lebendiger machte.

Charaktere

Lani, Kobrins Cousine, hat den Angriff der Tiranen überlebt und begibt sich auf die Suche nach ihrem Bruder Luni, an den sie sich nicht erinnert. Schon im ersten Teil mochte ich die kleine Elfe, die kein Blatt vor den Mund nimmt und somit erfrischend auf die überflutete Jugendliteratur wirkt, in der es den Protagonisten meist nur darum geht, was sie nicht äußern wollen/können/sollen/dürfen. Sie wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus und wird zu meiner Heldin.

Fergulas von Fichtenstein, der eingebildete Elf aus dem ersten Teil, der Kobrin immer fies geärgert hat, muss sich mit Lani zusammentun, um die große Heldentat zu vollbringen, damit sein Vater ihn respektiert. Der hochnäsige Magiebegabte kämpft nicht nur gegen Tiranen, sondern auch gegen Lani, sich selbst, seine Ansichten und Überzeugungen. Man erhält tiefen Einblick in die oberflächlich wirkende Seele, die viel mehr zu bieten hat, als sie im ersten Teil zeigte. Auch wenn Fergulas wahrscheinlich nie alles seiner verschrobenen Weltansicht hinter sich lassen kann, wuchs er mir schwer ans Herz. Wow!

Milas ist ein junger Tirane, der seinen Platz unter den Kameraden halten will. Doch nachdem eine Nixe gefangen genommen wurde, und als einziges auf ihn reagiert, beginnt er die Methoden seiner Kameraden und Vorgesetzten in Frage zu stellen. Eine unglaubliche Entwicklung offenbart sich dem Leser, der die Bedeutung des schmalen Grats zwischen Gut und Böse eine neue Sichtweise verleiht.

Umgebung

Egal wo ich mich in Argorn befand, ich war immer mit dabei. Neben dem heimisch wirkenden Lager der Tiranen und der Zuflucht in einem feuchtkalten Berg, waren die Wubabuba-Sümpfe mir die liebsten, weil sie mich so herrlich frei fühlen ließen und zum Lachen brachten :). Auch hier gilt wieder: Mittendrin statt nur dabei!

Plot

Lani sucht ihren Zwillingsbruder, Fergulas seine Anerkennung, Milas den richtigen Weg und ich als Leser die "gute" Seite. Leider fand ich sie nicht, denn als sich Milas, Fergulas und Lani in einem Kampf gegenüberstehen (mit jeweils einer Armee im Rücken), vermochte ich nicht zu sagen, wem ich den Sieg gönne. Dass jeder Krieg zwei Seiten hat (das Motto des Buchs), wurde für mich noch nie so deutlich herübergebracht. Und dass auch nicht belehrend und beschrieben, sondern gezeigt, indem ich es nachfühlen musste. Toll, toll, toll!!!

Ende

Ich wünschte, dieses Buch ginge nie zu Ende. Aber das musste es. Und ich musste weinen. Dennoch spoiler ich hier nicht, ihr sollt euch euer eigene Bild machen :).

Fazit

Wow, einfach nur wow! Ich fand das Buch von Anfang bis Ende einfach nur wahnsinnig toll! Ganz klar ein Lesemuss! :)

Fünf Sterne von mir!

Rezension zu "Wächter der letzten Pforte" von Christian Kopp und Henning Mützlitz

Schreibstil

Mützlitz und Kopp haben einen schwankenden Schreibstil. sind einige Passagen klar verständlich, wild und spannend, ziehen sich andere wiederum in die Länge und verschnörkeln sich mit Titeln, Ländern, Gedanken, dass ich von nichts mehr eine Ahnung hatte. Allerdings konnte ich anschließend wieder in das Geschehen einsteigen und manches ergab sich aus dem Zusammenhang.

Charaktere

Liocas ist ein Knappe, der als einziger Valdorer eine Schlacht überlebt hat. Das Herz und den Glauben an seinen Gott am rechten Fleck macht er sich zusammen mit Moriana auf die Suche nach den Ursachen. Auch übermannt ihn hier und da der Eifer des Gefechts, doch alles in allem bleibt er sich treu und bewahrt seine Gutherzigkeit.

Moriana kommt von den Stämmen der Tequari und ist eine starke Kriegerin. Sogar ein gebrochenes Bein halten sie weder vom davonhumpeln, noch herumkeifen ab. Ihre sehr verbohrte Sicht klärt sich im Laufe des Romans, dennoch behält sie ihr wildes Herz, was mir besonders gut gefiel.

Saresh ist ein Gathori (Magier), der von seinem Meister gelinkt wurde. Von Beginn an kämpft man sich mit ihm durch seine Selbstzweifel und ringt mit dem richtigen Weg. Für mich war Saresh ein starker Charakter, der sich logisch weiterentwickelte.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit in der Charakterbildung bemerke. Keine Figur wirkt irgendwie lieblos dahingeschrieben, jede hat mehrere Schichten. Sehr gelungen!

Umgebung

Teilweise war es für mich etwas zu viel des Guten. Historische Beschreibungen sollten ein plausibles und anschauliches Bild zeichnen, leider traf das nicht immer meinen Geschmack, gerade weil ich den Sinn darin nicht erkannte, außer die Vorstellung der Autoren auf die Leser zu übertragen. Ich selbst brauche da ein wenig mehr Freiheit. Dennoch haben die Helden der Geschichte mit ihrer Umgebung auch interagiert, was mir gut gefiel. So gleicht es sich ein wenig aus.

Plot

Egal, was es für Nebenstränge gab, es lief immer auf den einen roten Faden hinaus: Den übermächtigen Elyr (ein Stein) zu finden und/oder nicht mehr zum Einsatz kommen zu lassen. Ein Faden, an dem ich mich als Leserin entlanghangeln konnte. Spannend gemacht, gerade nach der Hälfte des Buchs gewinnt die Geschichte für mich nur noch.

Ende

Ich muss gestehen, dass ich es so nicht erwartet habe und es mir auch ein wenig zu schnell ging. Der Endkampf war hervorragend, der Epilog ließ mich mit einigen Fragen zurück. Für einen solch engmaschigen Roman riss es mir zu plötzlich ab. Gerne hätte ich mir noch ein wenig mehr Erholung mit den Überlebenden gewünscht.

Fazit

Ein Roman, der durchaus ein paar Schwachpunkte aufweist, ABER (!) der richtig an Fahrt gewinnt, wenn man diese Längen hinter sich bringt. Es lohnt sich, diesen tollen Fantasyroman zu lesen, der immer spannender wird, je weiter man kommt. Auch die Liebe zu den Figuren möchte ich hier nochmal als ausgesprochen gewinnbringend für den Roman anmerken. Wieder einmal hat mich der Papierverzierer Verlag überzeugt und ich freue mich auf die nächsten beiden Romane, die in meinem Bücherregal auf mich warten (diesmal gekaufte Exemplare, keine Rezensionsexemplare ;)).

Vier Sterne von mir!

Rezension zu "Dunkellicht" von Martin Ulmer

Schreibstil

Ulmer schreibt klar und ohne Umschweife. Das Buch ist flüssig zu lesen. Dazu versteht er sich auf kurze und knappe Kapitel, die meist spannend Enden und zum Weiterlesen einladen.

Charaktere

Die Charaktere in “Dunkellicht” sind vielschichtig. Selten bis gar nicht wirkt eine Figur durch und
durch gut oder böse. Es geht (wie beim Buchtitel) nicht um schwarz und weiß, sondern um die feinen Grautöne.

So ist Johannes, Krieger des Lichtes, schon bereit zu töten, obwohl er dem für sich Guten dient.

Antoine hingegen, Gelehrter der Dunkelheit, muss das Töten z.B. erst erlernen, wobei ich als Leser noch mit dem schwarz-weiß Denken vorausgegangen bin und von dieser Sicht überrascht war.

Martus, ein Magiker, handelt anfangs aus egoistischen Gründen, wird jedoch zunehmend selbstloser. Das kommt nicht in einer großen Erkenntnis, sondern sickert nach und nach hinein, was wunderbar zu lesen war.

Ella wiederum bleibt für mich eine undurchsichtige Figur, die aber definitiv mehr will, als nur danebenzustehen.

Dorn ist und bleibt ein Dorn. Nein, eigentlich nicht, nur ein Dorn im Fleisch. Denn er mutiert vom gewaltbereiten Fiesling zu einem noch schlimmeren Fiesling. *schüttel* Eine Figur, die selbst mir als erfahrene Leserin Albträume bereitet!

Umgebung

Die Geschichte spielt größtenteils in Dortmund und Berlin, ein paar Zwischenschauplätze sind auch dabei. Ulmer schafft es stets, die Umgebung ansehnlich zu gestalten, sodass ich als Leserin das Gefühl bekam, mittendrin zu sein. Ob unheimlich, kalt, ungemütlich, schäbig – ich war dabei. Wunderbar!

Plot

Es geht um ein Buch, das Schein und Schatten wirft, das unsere vier Helden suchen. Dabei müssen sie sich anfangs erstmal selbst finden, um mit der Suche zu beginnen. Doch auch als sie das Buch haben, ist noch nicht alles vorbei, denn es lauert das Dunkellicht … Konsequenter Plot, der sich durchs Buch hangelt.

Ende

Traurig … und dann noch ein ganz fieser Cliffhanger! Nun will ich unbedingt noch Teil 2 lesen, leider ist der noch nicht erschienen. *hmpf*

Fazit

Volle Leseempfehlung für alle ab 16 Jahren! Taucht ein in die Welt aus Licht und Dunkelheit und geht auf ein spannendes und rasantes Abenteuer mit den Helden! Toll, toll, toll! Fünf Sterne von mir!


Anmerkungen

Das Cover der Printausgabe ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern hält auch eine Überraschung bereit ;). Es ist eben ganz das Dunkellicht.

Rezension zu "Kobrin - Die schwarzen Türme" von Caroline G. Brinkmann

Schreibstil

Brinkmann schreibt flüssig und sehr bildhaft, sodass es mir als Leserin leicht fiel, in die fantastische Welt Kobrins abzutauchen. Auch ist ihr Schreibstil besonders angenehm, dass sogar Lesefaule einen Zugang zum Buch finden.

Charaktere

Kobrin ist wunderbar gezeichnet. Auch wenn sie keine Gabe zur Magie bislang entdeckt hat oder besitzt, so ist sie dennoch auserwählt, einen Auserwählten zu finden. Dabei hört Kobrin meist auf ihre Intuition, was sich jedoch nicht immer als richtig entpuppt. Zwischen schwarz und weiß besitzt Kobrin viele Grautöne, was mir besonders gut gefallen hat.

Daidalor war schon etwas finsterer. Der menschliche Zauberer schleicht sich als Krieger unter die Tiranen – und weiß irgendwann nicht mehr, ob er jetzt in erster Linie der menschliche Zauberer ist oder der tiranische Krieger. Eine wunderbare, emotionale Figur, die ich trotz ihrer Brutalität nachempfinden konnte.

Umgebung

Ob ich mich in Kobrins Heimat bewegte, mir ihr unterwegs zur Großmutter war, mitten im Wald unter den Wolfsmenschen bin oder auch im Krieg feststecke – ich war immer mittendrin. Brinkmann lässt die Welt um ihre Charaktere lebendig werden, mal mit größeren, mal mit kleineren Eigenheiten. Wunderbar!

Plot

Kobrin muss den Auserwählten finden, sich über den Verlust ihrer Familie und deren Tod oder Entführung hinwegsetzen und gegen alle Widrigkeiten, die ihr geboten werden, hinweggehen. Dass diese Aufgabe viel zu groß ist, wird schnell klar. Dennoch gibt Kobrin nicht, auch wenn sie manchmal gern würde. Nein, sie bleibt dran, beißt sich durch. Konsequenter roter Faden!

Ende

Ja, es gab eines, nein, es war nicht, wie ich es erwartet habe. Es lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück und ich will unbedingt Band 2 lesen!

Fazit

Alles in allem hat mich “Kobrin – Die schwarzen Türme” schwer begeistert. Ich steckte zu dem Zeitpunkt des Lesens in einem tiefen Leseloch, sodass mich gar nichts begeistern konnte. Aber dieser Roman hat es geschafft (gegen viele andere Bestseller) sich bei mir durchzusetzen, sodass ich bis zum Ende gespannt am Ball blieb. DANKE für ein Lesevergnügen, als fast gar nichts mehr ging. Das bedeutet mir viel mehr als die 5 Sterne, die ich hier freilich für gebe :).

Kurzrezension zur Anthologie "Fantasy Lesebuch I", HRSG Ingrid Pointecker



Ein Lese-Muss! Kurzgeschichtenfans kommen auf alle Fälle auf ihre Kosten, Fantasyfans ebenso und auch teilweise Historikfans. Ich kann es nur empfehlen und ermutigen, sich sein eigenes Bild zu machen. Selten, dass mir jede Geschichte irgendwie gefallen hat, drei von fünfen sogar herausragend! Was für Perlen!

Rezension zu "Ich und die Menschen" von Matt Haig

Schreibstil

Haig hat einen leicht verständlichen und teilweise verschnörkelten Schreibstil, der manchmal logisch manchmal blumig das Leben und die Handlungsweisen der Charaktere umschreibt. Für mich ließ es sich gut lesen und alles war klar und deutlich.

Charaktere

Hier beschränke ich mich tatsächlich auf das Alien, welches keinen Namen besitzt. Es hat sich in Professor Andrew Martins Körper hineinversetzen lassen, was gleichzusetzen ist mit dessen Tod. Der Professor hat die Riemannsche Vermutung bewiesen und brächte somit das Leben der Menschen weit voran, doch sind die Menschen nicht in der Lage mit ihrem Fortschritt auch logisch mitzuhalten, sodass es zu Problemen im All führe. Also musste er sterben und der Auftrag unseres Alien sieht vor, auch alle zu töten, die von dem Beweis wissen. Doch hat unser Vannadorianer nicht damit gerechnet, dass das Angst einflößende und unlogische Leben für ihn auf einmal Bedeutung gewinnt. So wächst mit der Zeit sein Gefühl, das Empfinden für Schönheit und auch die Logik der Menschen erschließt sich ihm langsam. Für mich eine nachvollziehbare Handlung, ein verstandener Charakter.

Umgebung

Viel fließt von der Umgebung mit ein, wirft Fragen auf, die mir als Leserin selbst nicht bewusst waren. Das Alien betrachtet die Welt eben mit fremden Augen und dadurch gewann ich selbst einen fragenden Blick auf vieles. So fließt die Umgebung zwanghaft mit in die Handlung ein, wird nicht nur zu Bühne, sondern auch zur Requisite. Toll!

Plot

Freunde, Kollegen und Verwandte töten, die von dem Beweis wissen. Das ist der Auftrag und auch der Plot. Doch nachdem unser Alien sich langsam gegen sein Vorhaben wendet, bleibt der rote Faden dennoch erhalten, denn die Vannadorianer haben noch andere Möglichkeiten, unser Alien zu zwingen oder den Auftrag erfüllen zu lassen … Konsequent durchgezogen!

Ende

Das Ende bleibt im Grunde offen, also kann ich nicht zu viel verraten. Dennoch habe ich es mir genauso vorgestellt und bin froh, dass kein Abschluss im ursprünglichen Sinne gefunden wurde.

Fazit

5 Sterne mit einem leichten sehnsuchtsvollen Blick, denn gerne hätte ich noch mehr Denkanstöße bekommen. Ein wunderbares Buch über die Schönheit des Lebens, die eigene Kraft, die Veränderung und der Wichtigkeit der Wahrheit.

Rezension zu "Maze Runner 03 - Die Auserwählten in der Todeszone" von James Dashner

Schreibstil

Dashner bleibt sich treu: auf den Punkt gebracht, ohne Verschnörkelungen, klar und deutlich und vor allem spannend.

Charaktere

Thomas weiß inzwischen, dass er ANGST nicht trauen sollte und kann dies inzwischen auch nicht mehr. Auch wenn sie ihm versprechen, die Blockade aus seinem Gehirn zu entfernen, will er es nicht mehr. Egal wer er früher gewesen ist, für ihn zählt, wer er jetzt ist. Mit Händen und Füßen setzt er sich gegen ANGST zur Wehr und will sich nicht länger als Laborratte behandeln lassen. Ich als Leserin konnte ihn wirklich zu gut nachvollziehen. Seine Entscheidungen waren nicht nur logisch, sondern auch emotional begründet. Eine tolle Charakterentwicklung! Thomas bleibt sich treu.

Die Lichter kommen hier nur noch vereinzelt vor. Sie sind auseinandergesprengt worden und die Brandwüste kostete schon viele das Leben. Ganz toll fand ich, dass die Toten dennoch nicht vergessen waren. Hier erfahren wir neben Thomas gleich zwei Schicksale von Lichtern, die einem am Herzen lagen. Der eine stellt sich als immun gegen Den Brand heraus, der andere als infiziert. Doch egal wie es mit den beiden ausgeht, bleiben die Lichter an/auf Thomas’ Seite und folgen ihm.

Die Cranks haben diesmal eine ausgeprägtere Rolle. Ich als Leserin begegne ihnen auf anderen Wegen und in diversen Stadien. Sie sind nach wie vor total angsteinflößend und ich bin dankbar, dass es sie nicht wirklich gibt.

Umgebung

Auch hier schafft Dashner wieder unglaubliche Territorien, bildet diesmal eine ganze Stadt nach. Auch erhalten wir Einblicke in die ANGST-Zentrale und laufen sogar zurück ins Labyrinth. Die Charaktere bewegen sich merklich in ihrer Umgebung, agieren und interagieren mit dieser, was die Geschichte nur umso näher an den Leser heranträgt. Super!

Plot

Thomas ist vom Anfang bis zum Ende in der Todeszone. Sowohl im ANGST-Quartier als auch draußen auf den Straßen – immer wird sein Leben bedroht. Zeitgleich ist die Todeszone eine bestimmte Zone im Gehirn, die Angst erforscht hat, sodass der Titel doppelt passt. Doch der rote Faden zieht sich komplett durch, verwickelt sich hier und da mit dem Rechten Arm, verzwirbelt sich mit dem Gedanken, ob ANGST vielleicht irgendwo doch gut ist gegen die Erkenntnis, dass nichts rechtfertigt, so mit Menschen umzugehen. Klasse!

Ende

Dies war der dritte Roman einer Trilogie und somit das Ende. Und wie es endete, passte es genau, wie ich empfand. Dashner hätte kein besseres wählen können. Es gab Tote auf beiden Seiten, doch auch geliebte Charaktere haben überlebt. Wo sie im Endeffekt gelandet sind und wer nun noch lebt oder wer auch nicht, das möchte ich nicht verraten. Nur so viel: Es war ein würdiger und überzeugender Abschluss. Ich habe mir keinen besseren wünschen können und bin total zufrieden.

Fazit

5 starke Sterne für dieses grandiose Ende einer Trilogie, die ich auf alle Fälle noch einmal lesen werde/muss, denn nun weiß ich so viel, dass ich die Geschichte ganz anders bewerten kann.Deutliche Leseempfehlung!!!

Rezension zu "Elbenthal-Saga 03: Die eisige Göttin" von Ivo Pala

Schreibstil

Pala hält seinen frischen Jugendlichen Schreibstil in dem Abschlusswerk der Saga, gepaart mit etwas hochgestocheneren Sprechweisen aufgrund des Alters mancher Charaktere. Wunderbar und verständlich!

Charaktere

Svenya entwickelt sich so weit, dass sie zu einer kämpfenden Göttin in meinen Augen heranwächst. Sie schlägt und beißt sich durch, behält ihre originellen Einfälle und auch ihre Gnade, was mir am besten gefällt. Doch lernt sie auch, eben nicht in jeder Situation vergebend zu sein, wenn es nämlich keinen anderen Weg gibt, als zu töten.

Zu Hagen sage ich diesmal nichts, weil ich niemanden spoilern will. Nur so viel: Schock und Überraschung!

Yrr blieb diesmal im Gegensatz zu den zwei vorigen Bänden ein wenig blass. Gerne hätte ich mehr von ihr gelesen, wäre weiter in ihre Geschichte abgetaucht. Meinetwegen könnte es sogar einen Ableger mit ihr geben, denn sie hat mich als Charakter am meisten fasziniert. Schade, dass sie etwas kurz kam, trotzdem so weit verständlich, damit es zu einem runden Abschluss reichte. Auch sie entwickelt sich als Charakter weiter, was mir gut gefällt.

Laurin macht eine der stärksten Wandlungen durch, wie ich finde. Mir hat er beim Lesen bereits von Anfang an gefallen. Ich spürte richtig, wie er sanfter und ruhiger wurde und dennoch ein Kämpfer blieb, als hätte er endlich ein Zuhause an diesem verhassten Ort gefunden. Die Wendung am Ende überraschte mich am meisten und ich hätte nicht damit gerechnet. Gelungen!

Umgebung

Wieder erschafft Pala faszinierende Umgebungen, mit denen die Charaktere auch interagieren. Schwimmende und sich immer weiter bewegende Eisfestungen, Hel und die Tiefen des Urwalds … überall war ich dabei und mittendrin. Wunderbar!

Plot

Die eisige Göttin – dieser Titel ist nicht falsch gewählt. Es geht um eine “Göttin”, die versucht alle neun Welten zu versklaven, um ihre Ordnung aufrecht zu erhalten, damit für sie Friede herrscht. Dass sie eine totalitäre Herrscherin ist, die Spaß am Tod und der Qual findet, ist ihrer Ansicht nach nicht schlimm, sondern notwendig. Und diese Göttin muss die ganze Zeit bekämpft werden, auch auf Umwegen. Der rote Faden zieht sich also durch den kompletten Roman.

Ende

Ich war mit dem Ende überaus zufrieden und kann damit leben. Zwar habe ich mir für Yrrs letzten Kampf etwas anderes vorgestellt, aber so ist es auch in Ordnung, denn einen epischen Kampf habe ich bekommen. Vielleicht wäre der andere einfach nicht stark genug gegen den anderen gewesen ;).

Fazit

5 Sterne von mir für den fulminanten letzten Teil der Elbenthal-Saga. Danke Ivo Pala, dass du diese Werke geschrieben hast!

Rezension zu "Elbenthal-saga 02: Der schwarze Prinz" von Ivo Pala

Schreibstil

Auch in diesem Band behält Pala seinen flüssigen und mittelalterlich-modernen Schreibstil bei, der so wunderbar in die Geschichte passt. Bildgewaltig!

Charaktere

Svenya wächst mit ihren Aufgaben und man merkt ihr an, dass sie nun schon längere Zeit in
Elbenthal lebt. Sie ist selbstbewusster, offener und nimmt ihre Umgebung beinahe als Selbstverständlichkeit wahr. Auch übernimmt sie Missionen, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan. Vor allem nach Svenyas schwierigem Start freute es mich als Leserin besonders, sie so gereift zu sehen. Auch hält sie nach wie vor an ihren Prinzipien fest und egal wie stark der Wind wird, sie bleibt ein Fels in der Brandung. Großartig!

Hagen wirkt in diesem Band tatsächlich grimmiger und etwas kälter als im vorangegangenen. Dadurch, dass man aber auch viel von seiner Hintergrundgeschichte erfährt, die nun wirklich schon sehr lange andauert, erklärt sich sein Zustand, besonders wenn man die schweren Aufgaben und Entscheidungen betrachtet, die Hagen immer wieder fällen muss. Alles in allem bleibt er sich selbst und Svenya treu und das macht ihn für mich glaubwürdig.

Yrr beschreitet eigene Wege und begibt sich damit nicht nur in größte Gefahr, sondern bringt sich beinahe um. Gerne hätte ich noch das ein oder andere Kapitel aus ihrer Sicht gelesen, denn für mich ist und bleibt sie ein toller Charakter. Nun ja, aber nicht jeder Leser kann in jedem Buch alles haben ;). Ihr Herumgezicke hat mir zum Beispiel gar nicht gefehlt und ich bin froh, dass sie sich mit Svenya gut versteht.

Laurin … er betitelt ja im Grunde diesen Band. Und lange Zeit wusste ich nicht, warum dem so war. Hätte ich doch Titel wie “Die Schwerter des Schicksals” oder “Die Totengöttin” irgendwie passender gefunden. Zumindest bis es nachher zum Krieg kam und Laurin gemäß seines Charakters wie immer kämpfte und sogar im Angesicht der Gnade reagierte. Da kam der AHA-Effekt und mir wurde das Ausmaß der Handlungen des Schwarzen Prinzen bewusst. Ich mag Laurin schlichtweg :).

Umgebung

Oh, da könnte ich euch nun etwas von Vineta vorschwärmen! Am liebsten wäre ich selbst da gewesen. Auch Aarhain wurde diesmal genauer mit eingebaut, natürlich kam auch Elbenthal darin vor. Pala schaffte es wieder, mich in die Umgebungen zu ziehen und die Figuren mit eben dieser interagieren zu lassen, sodass sie nicht wie Schauspieler vor einer Fototapete wirken. Ich freue mich schon und bin gespannt, wohin Band 3 mich tragen wird!

Plot

Die Schwerter des Schicksals dürfen nicht vereint werden, da man mit ihnen ein weiteres Tor nach Alfheim öffnen könnte. Doch Hel, deren Geist sich nach Midgard verirrte und nun hier gefangen ist, will zurück. Und hat schon mal jemand versucht, eine Totengöttin aufzuhalten? Der rote Faden zieht sich trotz einiger wichtiger Nebenstränge durch das komplette Buch und ich bin sehr zufrieden mit der Auflösung.

Ende

Ja, auch dieses Buch hatte eins und ich bin dermaßen froh, dass Band 3 heute gleich auf mich wartet. Nach dem Cliffhanger hätte ich nicht lange warten wollen! Überraschende Wende am Ende ;).

Fazit

5 Sterne für eine starke Fortsetzung mit einem tiefen Einblick in die Hintergrundgeschichte!

Rezension zu "Bluthatz" von Richard Hagen

Schreibstil

Flüssig und spannend – das hält sich das komplette Werk durch. Natürlich lässt Hagen hier und dort auch Platz für Verschnaufpausen, die aber eher kurzweiliger Natur sind. Er schaffte es allein mit dem Prolog mich zugleich zu fesseln und auch ein wenig zu verschrecken, denn die Szene wirkte auf mich wirklich brutal. Und ich bin nicht leicht abzuschrecken ;).

Charaktere

Inga Jäger, die Jägerin, ist eine höchst engagierte Staatsanwältin, die hier in ihrem zweiten Fall mit dem etwas dicklichen Ermittler Kai Gebert zusammenarbeitet. Der ausgesprochen brutale Mord an Melchior Gietz fordert sie geradezu heraus, schnell und gründlich zu ermitteln, um den Täter hinter Gitter zu bringen. Doch immer wieder sieht sie sich vom Staat in ihrer Arbeit behindert. Nicht, dass es sie abschrecken würde, vor allem nicht, als weitere Morde geschehen. Unnachgiebig und intelligent ermittelt sie weiter und riskiert dabei nicht nur ihren Job, sondern auch ihr Leben. [Amy gefiel es auch ;)]

Kai Gebert ist neben ihrer kleinen Tochter Inga Jägers wichtigste Bezugsperson. Der Ermittler steht ihr treu und helfend zur Seite, zugleich er sich von nichts und niemanden abschrecken lässt. Durch die Ermittlungen gerät auch er ins Visier, aber er gibt nicht nach.

Umgebung

Stets mit eingeflochten wurde sie nicht nur Kulisse, sondern wichtiger Handlungsrahmen. Mal befinde ich mich als Leserin in einer Sicherungsverwahrung, dann bin ich bei der Jägerin zuhause, schon wieder unterwegs zum Bürgermeister oder überbringe die traurigen Mordnachrichten an die nächsten Verwandten. Hagen schafft es, dass ich als Leserin mittendrin statt nur dabei bin!

Plot

Ja, der hangelt sich an den Morden entlang, allen voran Melchior Gietz. Wer brachte ihn um und warum? Und wieso versucht daraufhin eine seine Kolleginnen sich umzubringen, wenn zuhause doch eine junge und liebreizende Frau wartet? Warum zum Teufel rastet der Bürgermeister so aus und überhaupt ist alles im Städtchen Eltville ein wenig seltsam. Auch wenn es teilweise so aussieht, als würde die Geschichte vom Thema abschweifen, so gehört doch alles am Ende zusammen. Die losen Fäden fügen sich und lässt mich als Leserin zufrieden zurück.

Ende

Ja, passend. Habe ich nicht mit gerechnet, hab richtig gebangt. Aber toll, toll, toll!

Fazit

Wow! 5 Sterne gibt es nicht unverdient von mir!!!

Rezension zu "Partials II - Fragmente" von Dan Wells

Schreibstil

Dicht gewoben und rational – so empfinde ich Wells' Schreibe. Wunderbar verständlich, wenn manchmal auch etwas techniklastig, genauso muss es sein, damit Kiras Welt glaubhaft scheint.

Charaktere

Kira Walker wächst mit ihren Aufgaben. Sie ist beinahe schon besessen von dem Gedanken, ein
endgültige Heilmittel gegen RM und auch das Verfallsdatum der Partials zu finden und begibt sich für ihr Ziel auf eine ausgesprochen gefährliche Reise. Ich als Leserin konnte förmlich spüren, wie Kira die Probleme langsam wendet, von allen Seiten betrachtet und sich ihnen stellt. Und wie sie zu dem Schluss kommt, dass es manchmal eben nicht reicht, einen Lebenszweck zu haben, sondern dass man mehr geben muss. Für mich bleibt Kira sehr berührend, intelligent und nachvollziehbar wie schon im ersten Band.

Samm entwickelt sich ebenso weiter. Fiel es ihm im ersten Band und teilweise auch im zweiten noch schwer, überhaupt irgendwelche Gefühlsregungen zu zeigen (diese werden bei den Partials über einen Pheromon-Link mitgeteilt, weswegen er Mimik und Gestik nie erlernen musste), so ahmt er sie nun langsam nach. Zudem steht er voll hinter Kira und deren Mission, was ihn zu einem Fels in der Brandung macht.

Die Nebencharaktere – auch hier verrate ich über sie nicht allzu viel. Das ganze Gespinst, wie der Partialkrieg überhaupt möglich wurde, wird nicht nur durch Kira, sondern auch durch Marcus, Ariel und Nandita vorangetrieben. Haru bringt zusätzlich einen Blickwinkel in das, was noch kommen kann und Kira bevorsteht.

Umgebung

Wells erschafft eine erschütternde Landschaft nach der anderen. Ob überflutete oder durchflutete Großstädte, 12 Jahre alte Konserven, verrottende Kleidung, saurer Regen oder altes Benzin, das aufgearbeitet werden muss – die Charaktere bewegen sich immer in einem unheimlich glaubwürdigen Szenario, das mir als Leser nahe geht, dann ich bin ein Teil der “Vorher-Welt” und kenne sie nicht anders. Und unsere Welt so zerfallen zu erleben, regt zum Nachdenken an.

Plot

Stramm gestrickt – Kira geht es die ganze Zeit um ein Heilmittel und darum, wer sie nun selbst ist. Sie erfährt es Stück für Stück (weswegen der Titel “Fragmente” umso besser gesetzt ist), ihr erschließen sich Zusammenhänge und lassen einen gespannten Blick auf den nächsten Teil. Auch die Nebencharaktere arbeiten auf ihre Ziele hin und erreichen sie oder scheitern an ihnen, sodass es weiterhin spannend bleibt.

Ende

Natürlich verrate ich auch hier nicht zu viel, schließlich will ich niemanden spoilern. Es passt zu der Reihe, hat mich dennoch schockiert und lässt mich ehrfurchtsvoll und neugierig auf den nächsten Teil warten. Die Lösung des Rätsels um Ariel war mir allerdings bereits klar ;).

Fazit

Wer Teil 1 mochte, wird auch Teil 2 mögen. Dichter Handlungsfaden, erschütternde Umgebungen und keine Langeweile, trotz einer langen und beschwerlichen Reise! 5 Sterne von mir!

Rezension zu "Die Elbenthal-Saga 01: Die Hüterin Midgards" von Ivo Pala

Schreibstil

Eingängig, bildhaft, eine Mischung aus mittelalterlichen Sätzen mit modernen Sprüchen – genauso wie es in diesem Roman auch sein sollte. Eine fantastische Mischung, die sich leicht weglesen ließ, dennoch nicht anspruchslos wirkte.

Charaktere

Svenya wird gerade 17 Jahre alt und plötzlich reißen sich die Mächte um das einstige Gossenmädchen. Von der Straße weggeholt landet sie in einem atemberaubenden Elbenpalast und soll plötzlich die Hüterin Midgards sein. Da sie keine Ahnung hat, was Midgard überhaupt ist, oder was ihre Aufgaben als Hüterin betragen, stellt sie sich anfangs ungeschickt und ungläubig an, stets in der Erwartung aus einem Traum zu erwachen. Doch über alldem ist Svenya eine zähe Protagonistin mit ihrem eigenen Kopf, die sich nicht mal vom Schicksal vorschreiben lässt, was sie zu tun oder zu lassen hat. Sie besitzt einen willensstarken Charakter, vor dem ich meinen Hut ziehe.

Hagen ist ein starker und beinahe unbezähmbarer Kämpfer, der seit vielen Jahrhunderten (oder waren es Jahrtausende?) in Elbenthal lebt. Er ist rigoros, wenn auch nicht gefühlskalt, auch wenn der Befehl, Svenya eher zu töten, als sie dem Schwarzen Prinzen in die Hände fallen zu lassen, ihn so erscheinen lassen mag. Vor einiger Zeit hat er bei einem Kampf gegen den letzten Drachen Oegis ein Auge verloren und dadurch auf mich noch grimmiger wirkt.

Yrr ist die Tochter Hagens und dickköpfig sowie hochmütig. Sie kämpft immer wieder gegen Svenya in deren Trainingseinheiten und regelrechter Hass zerfrisst Yrr von innen, da Svenya trotz ihres Versagens als höher angepriesen wird als sie selbst. Ein kantiger Charakter, den ich nach tieferen Einblicken jedoch auch vollkommen nachvollziehen konnte.

Laurin, auch bekannt als Schwarzer Prinz, hat vor langer Zeit die Lichtelben überrannt. Doch auch wie sie kann er nicht zurück in seine Welt Alfheim und versucht nun andere Wege dorthin zu finden. Er ist ein unbestreitbar guter Kämpfer, der niemals müde wird, seine Pläne zu verfolgen.

Umgebung

Auch wenn ich selbst nie in Dresden war (oder Elbenthal), so habe ich inzwischen einen kleinen Eindruck davon bekommen (von Elbenthal sogar viele mehr). Pala schreibt sehr bildhaft, sodass diese ganzen geschriebenen und aneinandergereihten Worte zu wirklichen inneren Bildern wurden. Auch wirken die meisten Charaktere mit der Umgebung einher und spazieren dort nicht nur durch die Gegend.

Plot

Ja, Svenya soll zur Hüterin werden, zu kämpfen lernen, ein Zuhause finden und den Abschlusstest bestehen. Dieser Faden zog sich, sobald die Geschichte sich Svenya selbst offenbarte, komplett durch den Roman, sodass ich als Leserin etwas hatte, an dem ich mich geistig entlanghangeln konnte. Wunderbar!

Ende

Leider hatte dieses Buch eines. Und ich fand es großartig!!! Was darin passiert, lest ihr am besten selbst nach. Der ganze Roman ist wirklich toll und wurde für mich nie langweilig.

Fazit

5 Sterne von mir! Dazu noch ein böser Blick in Richtung des Autors, denn nun will ich UNBEDINGT wissen, wie es weitergeht, dabei darf ich dieses Jahr nur noch 10 Bücher auf 10 Monate verteilt kaufen! *hmpf* Menno!

Rezension zu "Der Augensammler" von Sebastian Fitzek

Schreibstil

Fitzek bleibt seinem mitreißenden und verständlichen Schreibstil treu, der auch schon seine andere Bücher durchzog. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen.

Charaktere

Alexander Zorbach hat seine Ecken und Kanten, wie eigentlich jeder von Fitzeks Charakteren. Als
Protagonist gefällt er mir gut, weil er innerhalb seines Rahmens agiert und die Tragweite dessen manchmal nicht einzuschätzen weiß.

Alina Gregoriev ist die blinde Physiotherapeutin, die meint, den Augensammler behandelt zu haben. Auch sie gefiel mir ausgesprochen gut, gerade die Kapitel aus ihrer “Sicht” sorgten für einen anderen Einblick in das Leben einer erblindeten Frau, obwohl ich mir nun nicht einbilde zu wissen, wie sie sich fühlen oder selbst damit umgehen könnte. Als Nebencharakter war sie ausgesprochen stark. Gerade dieses Selbstbewusstsein machte dein Reiz ihrer Person aus.

Kommissar Stoya blieb ebenfalls er selbst, auch wenn ich ihn schlichtweg nicht leiden konnte.

Umgebung

Diese sind wechselhaft. Mal spielt es in einem Swinger-Club in einer Rückblende, mal in Alinas Wohnung oder auch auf dem Polizeirevier, der Redaktion … wie immer sich diese Umgebung gestaltete, Fitzek ließ genug Spielraum für ein eigenes Bild im Kopf, aber zu wenig, um sich in einem weißen Nichts zu befinden.

Plot

Der Augensammler … alles dreht sich nur um ihn und die entführten Kinder. Super durchzogen, die Spannung war für mich an manchen Stellen kaum auszuhalten. Top!

Ende

Ich war so froh: Das erste Fitzek-Buch, bei dem ich den/die Täter/in von Anfang an wusste! Innerlich habe ich gefeiert. Doch als mir bewusst wurde, warum die Seitennumerierung dieses Buchs rückwärts läuft, hätte ich gerne theatralisch “NEEEEEIN” geschrien. Ich war erschüttert, geschockt, fassungslos. Gänsehaut pur.

Fazit

Volle Leseempfehlung! 5 Sterne von mir!

Rezension zu "Heaven - Stadt der Feen" von Christoph Marzi

Schreibstil

Wie immer schafft Marzi es, mich mit seinen Metaphern in den Bann zu ziehen. Dennoch geht bei seinem Schreibstil die Action nicht verloren, von denen manche Kapitel es redlich in sich haben.

Charaktere

Heaven ist und bleibt die meiste Zeit geheimnisvoll, was mich hin und wieder ein wenig störte, immerhin bringt es sie und auch David in Gefahr. Doch nach und nach bröckelt Heavens Fassade und immer mehr scheint von ihr durch.

David gefiel mir als Charakter ausgesprochen gut, trotz oder gerade wegen seiner vielen Ecken und Kanten. Eine wirklich beherzte Person hat Marzi hier erschaffen.

Marzis Nebenfiguren agieren übrigens meiner Ansicht nach auch meistens total nachvollziehbar. Besonders toll!

Umgebung

Marzi malt mit Worten, bindet die Umgebung immer wieder in seine Kapitel und Handlungen mit ein, wunderbar!

Plot

Hin und wieder weicht der rote Faden ein wenig vom Weg ab, streckt seine Arme in andere Richtungen aus, doch führt dann über Umwege wieder zurück zum Hauptteil. Er hält sich wacker.

Ende

Wie immer: Das Ende verrate ich nicht, dennoch überraschte es mich, leider im negativen Sinne. Damit hatte ich nicht gerechnet und hätte mir ein besseres für diese wundervolle Geschichte vorgestellt.

Fazit

Alles in allem gibt es für den Wortemaler, der mich durch seine Bücher inspiriert, 4 Sterne für “Heaven”.

Rezension zu "Shadow Falls Camp 01 - Geboren um Mitternacht" von C. C. Hunter

Schreibstil

Hunters Schreibstil ist besonders einfach gestrickt. Kam ich anfangs damit gut klar, nervte er mich im Laufe des Buchs. Oft verloren Szenen durch das viele Passiv an Schwung und klangen langweilig,
weil es mich als Leserin außen vor lässt und ich so das Gefühl vermittelt bekam, in einem Geschichtsbuch zu blättern, wo alles längst an mir vorbeigezogen ist. Auch einige Raffungen empfand ich als besonders schade, weil ich manche Szenen gern erlebt hätte, als nur von ihnen erzählt zu bekommen. Im Gegensatz dazu baute Hunter Szenen aus, die mehr als sterbenslangweilig waren und sich fast ausschließlich im “Bin ich nun in den Typen verknallt oder in den anderen?”, “Welcher Typ ist am heißesten?” und “Wie soll ich mich zwischen zwei Typen nur entscheiden? Ich bin das ärmste Mädchen der Welt!”-Stil befanden. DAS hätte sie sich meiner Ansicht nach beileibe sparen können, dafür Szenen mit ihren Freundinnen und Eltern ausbauen sollen.

Charaktere

Kylie Galen, um die es sich dreht, wirkt anfangs nicht so oberflächlich, wie sie sich später entwickelt. Die Scheidung ihrer Eltern, die Tatsache, dass sie gerade von ihrem Freund verlassen wurde – die Gefühle, denke ich, kann fast jeder gut nachempfinden. Allerdings ist es damit fast vorbei, sobald sie im Camp ankommt. Hin und wieder jammert sie über ihren Exfreund, der auch noch im Camp vorbeischaut, doch meistens geht es nur um Derek oder Lucas und für wen sie denn nun mehr empfindet. Auch die Identitätskrise, weil sie bislang nicht wusste, dass sie gar kein Mensch ist, lässt sich nachvollziehen, wird aber vom Liebesgeplänkel überschattet. Die Tatsache, dass sie auf insgesamt 500 Seiten mit 3 Typen knutscht distanzierte mich nur noch mehr von ihr. Zusätzlich weiß Kylie am Ende des Buchs immer noch nicht, was sie ist. Meh!

Derek/Lucas sind einmal eine Halbfee und ein Werwolf. Statt aber wirklich etwas über sie in Erfahrung zu bringen (und deren übernatürliche Kräfte) bleiben die beiden relativ blass, außer dass ich nun weiß, wie heiß die beiden sind :/ Deswegen fasse ich sie hier auch als eine Person zusammen, da man nichts wirklich über sie erfährt.

Miranda bleibt als Hexe eher eine untergeordnete Nebenfigur, über die man nicht viel erfährt. Sie hat dreifarbige Haare, zaubert mit dem kleinen Finger und ist Legasthenikerin, was ihre Magie teilweise verhunzt, da sie sich ihre Zaubersprüche nie direkt merken kann. Das hätte Hunter ausbauen sollen! Mir allein fallen so viele urkomische Witze und Sachen dazu ein … aber so wirklich hat sie die kleine Hexe nicht umgesetzt, außer eine Sache, die dann auch noch einen bitteren Nachgeschmack hat.

Della als Vampir ließ schon etwas mehr durchblicken und ist mir trotz ihrer aufbrausenden Art sehr sympathisch, denn sie hat im Gegensatz zu den anderen Figuren tatsächlich Charakter! Bei ihr geht Hunter ein wenig mehr in die Tiefe, was Della sympathisch macht, selbst wenn mir die Thematik “Vampir” inzwischen zu den Ohren raushängt. Della kann dennoch überzeugen!

Umgebung

Keine Ahnung. Gab es da eine? Es wird ab und an von einem See (in dem sie dann einmal mit Lucas landet und herumknutscht und gleich darauf taucht natürlich ihr Ex auf, der in einem Nachbarcamp seinen Sommer verbringt) und einem Wasserfall geredet (der dem Camp sogar den Namen gibt), doch außer dass Kylie da immer unbedingt hin will (und eine gaaaanz mystische Anziehung empfindet), aber es nie umsetzt, weiß ich echt wenig. Auch wie die Hütten aufgereiht sind, in denen die hormongeplagten Jugendlichen wohnen, ist mir ein Rätsel. Ach ja, Schlangen gibt es da. Und ein Wildpark ist in der Nähe. Aus dem ein Löwe ausbüchst. Und natürlich in Kylies Zimmer landet. -_-

Plot

Ich seufze wieder. Laut Klappentext hatte ich folgende Erwartung:

1. Da sind Übernatürliche, Kylie weiß noch nicht, was sie ist, sie findet es heraus.

2. Kylies Leben ist ziemlich im Eimer, aber sie lernt, dass sie stark ist und es durchstehen kann, gerade nachdem sie erfährt, dass sie kein Mensch ist.

3. ALLE müssen am Ende ihre Kräfte einsetzen, um das Camp zu retten!

Bekommen habe ich: Eine GROßE Tüte Rumgejammer, wie unfair das Leben ist (mit einer kleinen Tüte wäre ich noch einverstanden gewesen), dass Kylie kein Freak sein will, dass es so schwer ist, sich zwischen zwei, nein, warte … drei (!) Jungs zu entscheiden; In dieser Tüte befand sich ein Teller Unverständnis, weil ich selbst jetzt nicht weiß, was Kylie ist (aufgrund der platten Erzählung, denke ich jedoch, dass ich mit meiner Vermutung richtig liege), gelegen an halbgegargten Nebenplots, von der nur eine die Auflösung bekam; Garniert wird das Ganze noch mit einem mehr oder minder spannenden Ende, bei der *nachzähl* 3 von 5 Jugendlichen ihre übernatürlichen Kräfte einsetzen müssen, während eine Hexe und eine Fee lieber menschliche Ohnmachtsanfälle markieren oder Handydiebstahl begehen.

Fazit: Im Klappentext wird viel mehr Plot angedeutet, als das Buch tatsächlich besitzt.

Ende

Das Buch hatte eins. Gott sei Dank! Leider blieben so viele Fragen offen, auf die ich die Antwort inzwischen nicht mal mehr wissen will. Teil 2 – ohne mich!

Anmerkung

Gibt es kein Jugend-Fantasy á la Harry Potter, Percy Jackson und co mehr? Muss alles mit “superheißen Typen” und dümmlichen Tussis verbunden sein?ARGH! Wenn ja, dann, liebe Verlage, schreibt es doch bitte auf den Klappentext, damit ich mein weniges bis nicht vorhandenes Geld nicht an diese Art von Literatur ausgebe!

Bewertung

Aufgrund des guten ersten Drittels und der sehr sympathischen Della vergebe ich 1 1/2 Sterne, aufgerundet zu 2.